Erythropoetische Protoporphyrie (EPP) und X-chromosomale erythropoetische Protoporphyrie (XLP)

Diese Informationen sollen Ihnen helfen, mehr √ľber die erythropoetische Protoporphyrie (EPP) und die X-chromosomale erythropoetische Protoporphyrie (XLP) zu erfahren. Die Informationen basieren auf der besten verf√ľgbaren Evidenz und dem Konsens einer Untergruppe von Porphyrie-Spezialisten im International Porphyria Network (Ipnet).
 
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Inhalt

1. Was ist erythropoetische Protoporphyrie?
2. Was verursacht EPP und XLP?
3. Was sind die Symptome von EPP und XLP?
4. Wie sehen EPP und XLP aus?
5. Wie werden EPP und XLP diagnostiziert?
6. Werden EPP und XLP vererbt?
7. Sind EPP und XLP gefährliche Krankheiten?
8. Lichtschutz in EPP und XLP
9. Wie können EPP und XLP behandelt werden?
10. Unterst√ľtzende Therapien und Interventionen bei EPP und XLP
11. Zusätzliche Informationen zu EPP und XLP
12. Können EPP und XLP geheilt werden?
13. Wo erhalte ich weitere Informationen zu EPP und XLP?
 

1. Was ist erythropoetische Protoporphyrie (EPP und XLP)?

EPP ist eine extrem seltene Erkrankung, die erstmals 1961 beschrieben wurde. Menschen mit EPP leiden unter Hautschmerzen, die nach einem Aufenthalt drau√üen in der Sonne oder in starkem k√ľnstlichem Licht auftreten. Die Symptome beginnen in der fr√ľhen Kindheit und k√∂nnen sehr schmerzhaft sein. EPP ist eine Erbkrankheit, die bei einem von 58.000 bis 200.000 Menschen in Europa auftritt, bei Menschen aus Afrika aber selten ist. Die Symptome von EPP sind auf eine Anh√§ufung hoher Konzentrationen der nat√ľrlichen Verbindung Protoporphyrin w√§hrend der Bildung roter Blutk√∂rperchen im Knochenmark zur√ľckzuf√ľhren.

2. Was verursacht EPP und XLP?

Patienten mit EPP haben einen Mangel an einem Enzym namens Ferrochelatase, das Eisen zu Protoporphyrin hinzuf√ľgt, um H√§m zu bilden. Ein Enzym ist ein Protein, das hilft, in der Zelle eine chemische Verbindung in eine andere Verbindung umzuwandeln. Der Mangel an Ferrochelatase f√ľhrt dazu, dass sich Protoporphyrin in den roten Blutk√∂rperchen ansammelt.

Bei XLP wird das erh√∂hte Protoporphyrin durch eine erh√∂hte Aktivit√§t des allerersten Enzyms bei der Bildung von H√§m, der ALA-Synthase 2, verursacht. Dies f√ľhrt auch dazu, dass sich Protoporphyrin in den roten Blutk√∂rperchen ansammelt. In sehr seltenen F√§llen kann ein anderes Gen mit anderem Vererbungsmuster beteiligt sein.

Wenn Blut durch die kleinen Blutgef√§√üe in der Haut flie√üt, kann Protoporphyrin die Energie des Lichts absorbieren. Dies l√∂st eine phototoxische chemische Reaktion aus, die Gewebesch√§den, Juckreiz und brennende Schmerzen verursacht. Sind die Blutgef√§√üe stark gesch√§digt, dringt Blutfl√ľssigkeit in das umliegende Gewebe ein, was zu Schwellungen und R√∂tungen der Haut f√ľhrt.

Der Teil des Sonnenlichts, den Protoporphyrin absorbiert, unterscheidet sich von dem, der normalen Sonnenbrand verursacht. Sonnenbrand wird durch unsichtbare ultraviolette (UV) Strahlung verursacht, aber bei EPP reagiert die Haut empfindlich auf sichtbares Licht. Das Licht, das die Schmerzen bei EPP verursacht, kann im Gegensatz zu dem, das Sonnenbrand verursacht, durch Fensterglas dringen.

3. Was sind die Symptome von EPP und XLP?

Wenn die Haut hellem Licht ausgesetzt wird, kribbelt und juckt sie zuerst und wird sp√§ter extrem schmerzhaft, ger√∂tet und geschwollen. Die Symptome beginnen normalerweise innerhalb weniger Minuten nach der Lichteinwirkung, aber dies kann von Person zu Person variieren und h√§ngt auch davon ab, wie stark das Licht ist. Es kann Stunden oder Tage dauern, bis die Symptome vollst√§ndig verschwinden, und w√§hrend dieser Zeit kann die Haut extrem licht-, temperatur-, ber√ľhrungs- oder windempfindlich sein. Das Licht muss nicht direkt auf die Haut scheinen: auch Licht, das auf Wasser, Schnee und Sand reflektiert wird oder durch Fensterglas dringt, kann eine phototoxische Reaktion ausl√∂sen.

EPP beginnt normalerweise in der Kindheit. S√§uglinge k√∂nnen weinen oder schreien, nachdem sie Sonnenlicht ausgesetzt wurden. √Ąltere Kinder klagen m√∂glicherweise √ľber Brennen, wedeln mit den H√§nden in der Luft oder legen sie in kaltes Wasser, um die Schmerzen zu lindern. EPP und XLP betreffen in der Regel M√§nner und Frauen gleicherma√üen.

Die meisten Menschen mit EPP und XLP geben an, dass ihre Lebensqualit√§t schlecht ist, weil sie nicht mit anderen ins Freie gehen k√∂nnen, Handschuhe, M√ľtzen und sogar Masken tragen m√ľssen, Tage mit starken Schmerzen haben, √§ngstlich sind und sich von Au√üenstehenden schlecht verstanden f√ľhlen.

4. Wie sehen EPP und XLP aus?

Selbst bei starken Schmerzen sieht die Haut meist normal aus. Manchmal kann es zu einer Schwellung der Haut kommen, zun√§chst mit dem Auftreten eines Nesselausschlags und einer R√∂tung. Mit der Zeit kann die Haut √ľber den Kn√∂cheln dick werden und kleine Narben an Nase, Wangen und Handr√ľcken entstehen.

5. Wie werden EPP und XLP diagnostiziert?

Eine Diagnose von EPP oder XLP sollte vermutet werden, wenn eine Person √ľber Schmerzen in lichtexponierter Haut klagt. Zur Diagnose sollte dem Patienten eine Blutprobe entnommen, vor Licht gesch√ľtzt und an ein auf Porphyriediagnostik spezialisiertes Labor geschickt werden. Der Bluttest misst die Menge an Protoporphyrin in den roten Blutk√∂rperchen (Erythrozyten-Protoporphyrin). Ein Urin-Porphyrin-Test ist beim Testen auf EPP oder XLP nutzlos. Zur Best√§tigung der Diagnose oder im Rahmen einer Familienberatung werden manchmal Gentests durchgef√ľhrt.

Da EPP und XLP so seltene Krankheiten sind, sind die meisten √Ąrzte damit nicht vertraut. Es kann Jahre dauern, bis ein Verdacht auf EPP besteht und eine Diagnose gestellt wird.

6. Werden EPP und XLP vererbt?

In den meisten F√§llen wird EPP vererbt, aber viele EPP-Patienten kennen keine anderen Familienmitglieder mit der Krankheit. Dies liegt daran, dass wir alle zwei Gene f√ľr Ferrochelatase haben, eines von unserer Mutter und eines von unserem Vater, und beide Gene m√ľssen fehlerhaft sein, um EPP zu entwickeln. Die meisten EPP-Patienten erben ein stark betroffenes Gen von einem Elternteil und ein weniger stark betroffenes Gen von dem anderen Elternteil. Ein defektes Gen allein reicht nicht aus, um EPP zu verursachen. Das st√§rker betroffene Gen ist sehr selten, aber das weniger betroffene Gen ist bei etwa 10 % der Menschen in der europ√§ischen Bev√∂lkerung vorhanden. Das st√§rker betroffenene Gen kann √ľber eine Familienlinie vererbt werden, aber EPP tritt erst auf, wenn es auf das weniger betroffene Gen ‚Äětrifft‚Äú. Aus diesem Grund √ľberspringt EPP manchmal Generationen, bevor ein weiteres Familienmitglied EPP entwickelt.

Wenn Sie an EPP leiden, hängt das Risiko, dass Ihre Kinder EPP entwickeln, von den Genen Ihres Partners ab, ist aber normalerweise gering. Gehört Ihr Partner zu den neun von zehn Menschen mit normalen Genen, besteht praktisch kein Risiko. Wenn Ihr Partner das weniger schwer betroffene Gen trägt (eine Chance von 1 zu 10), beträgt das Risiko, dass ein Kind EPP erbt, eins zu vier. Wir empfehlen Ihnen, eine genetische Beratung bzw. die Konsultation eines Porphyriezentrums.

Are EPP and XLP inherited?
Das Gen f√ľr ALAS2, das bei XLP √ľberaktiv ist, liegt auf dem X-Chromosom. Dieses X-Chromosom entscheidet zusammen mit einem zweiten X- oder einem Y-Chromosom √ľber das Geschlecht eines Kindes (XX-Chromosomen sind weiblich, XY-Chromosomen sind m√§nnlich). Im Fall von XLP reicht ein √ľberm√§√üig aktives Gen aus, um die Krankheit auszul√∂sen. V√§ter mit XLP geben ihren Zustand an alle ihre T√∂chter weiter, k√∂nnen ihn aber nicht an einen Sohn weitergeben (der das nicht betroffene Y-Chromosom seines Vaters erbt). (siehe unten)

Are EPP and XLP inherited?
M√ľtter, die von XLP betroffen sind, geben ihr √ľberaktives ALAS2-Gen an die H√§lfte ihrer T√∂chter und S√∂hne weiter. Im Durchschnitt sind 50 % der Nachkommen eines betroffenen Elternteils von XLP betroffen. (siehe unten)
Are EPP and XLP inherited?
Sehr selten kann EPP oder XLP später im Leben auftreten, oft in Verbindung mit einer zugrunde liegenden bösartigen Bluterkrankung.

7. Sind EPP und XLP gefährliche Krankheiten?

Eine kleine Anzahl von EPP- und XLP-Patienten kann Lebersch√§den entwickeln. Es ist nicht vorhersagbar, wer davon betroffen sein wird, aber das ist zum Gl√ľck selten. Wenn Sie lichtempfindlicher werden, m√ľde werden oder das Wei√üe in Ihren Augen gelb wird, sollten Sie ihre √Ąrztin oder ihren Arzt so schnell wie m√∂glich um einen Leberfunktionstest bitten. EPP- und XLP-Patienten bekommen auch h√§ufiger Gallensteine ‚Äč‚Äčals die Allgemeinbev√∂lkerung.

Schwangerschaft und Geburt sind mit keinen zus√§tzlichen Risiken verbunden und f√ľr ein Baby kann eine normale Entwicklung erwartet werden. Manchmal k√∂nnen Frauen mit EPP w√§hrend der Schwangerschaft l√§nger im Sonnenlicht bleiben.

Da EPP-Patienten Sonnenlicht meiden, haben sie oft zu wenig Vitamin D und ihre Knochen enthalten daher weniger Kalzium als normal.

EPP-Patienten sind häufig leicht anämisch, mit niedrigen Hämoglobin- und Eisenwerten im Blut. Die Einnahme von Eisenpräparaten kann jedoch die Lichtempfindlichkeit erhöhen, und Eisenpräparate sollten nur auf ärztlichen Rat ein-genommen werden (siehe unten).

Sie sollten regelm√§√üig ‚Äď mindestens einmal im Jahr - Ihren Arzt f√ľr Kontrolluntersuchungen aufsuchen. Ihre √Ąrztin bzw. ihr Arzt kann ihr Protoporphyrin im Blut, ihren Vitamin-D-Spiegel, ihre Leberfunktion und andere Organfunktionen durch j√§hrliche Bluttests √ľberwachen. Der Zweck der regelm√§√üigen √úberwachung besteht darin, fr√ľhzeitig Ver√§nderungen zu erkennen, bevor diese zu gesundheitlichen Risiken werden.

8. Lichtschutz in EPP und XLP

Von Kindheit an versuchen Patienten mit EPP, unn√∂tige Sonneneinstrahlung und starke k√ľnstliche Lichtquellen zu vermeiden. Schutzkleidung wie M√ľtzen, lange √Ąrmel, Handschuhe und Hosen sind von Vorteil. Dunkle und engmaschige Stoffe sch√ľtzen besser als d√ľnne Kleidung mit hellen Farben. Sonnenschutzmittel sch√ľtzen haupts√§chlich vor UV-Strahlung und nicht vor dem sichtbaren Licht, das die EPP-Symptome verursacht. Fenster in H√§usern und Autos bieten keinen Schutz, da sch√§dliches Licht durch die meisten Fenster dringt. Lehrkr√§fte in Schulen m√ľssen √ľber die Diagnose und die Notwendigkeit besonderer Anforderungen, wie ein fensterferner Arbeitsplatz und das Recht auf Vermeidung von Aktivit√§ten im Freien aufgekl√§rt werden.

9. Wie können EPP und XLP behandelt werden?

Afamelanotid (Scenesse¬ģ) ist derzeit die einzige Therapie, f√ľr die Sicherheit und Wirksamkeit in klinischen Studien nachgewiesen wurde. Das Medikament wurde 2014 in der Europ√§ischen Union und 2019 in den USA zugelassen. Die Behandlung mit Afamelanotid erh√∂ht die Zeit, in der EPP-und XLP Patient:innen schmerzfrei im direkten Sonnenlicht verbringen k√∂nnen, und ihre Lebensqualit√§t signifikant. Afamelanotid wird als Implantat verabreicht, das alle zwei Monate unter die Haut oberhalb der H√ľfte injiziert wird. Es wurde von leichten Nebenwirkungen berichtet. Afamelanotid ist noch nicht in allen europ√§ischen L√§ndern erh√§ltlich.

Substanzen und Interventionen mit derzeit nicht nachgewiesener Wirksamkeit
Eine Vielzahl von Interventionen und Substanzen wurde verwendet, um die Symptome von EPP und XLP zu verbessern, obwohl Sicherheit und Wirksamkeit nicht durch klinische Studien untersucht wurden. Im Folgenden werden die am häufigsten verwendeten Substanzen und Interventionen diskutiert.

    ‚ÄĘ Beta-Carotin

Beta-Carotin wurde fr√ľher f√ľr EPP verschrieben, aber nur wenige Menschen mit EPP fanden die Einnahme hilfreich. Beta-Carotin wird aus einer Substanz gewonnen, die Karotten orange f√§rbt und der Haut normalerweise einen leicht orangefarbenen Ton verleiht. Sie sollten die Risiken und Vorteile dieser Option mit √Ąrzt:innen in einem Porphyrie-Zentrum besprechen, bevor Sie mit der Behandlung beginnen.

    ‚ÄĘ Antihistaminika

Antihistaminika, die vor allem bei Allergien eingesetzt werden, k√∂nnen bei einem Nesselausschlag helfen. Einige Patienten berichten von einer zus√§tzlichen positiven Wirkung von Hydrocortison-Creme auf ger√∂teter oder geschwollener Haut. √Ąltere Antihistaminika, bei denen M√ľdigkeit eine Nebenwirkung ist, k√∂nnen nach einer leichten phototoxischen Reaktion auch beim Schlafen helfen.

    ‚ÄĘ Phototherapie

Die Schmalband-UV-B- und PUV-A-Therapie sind Behandlungen mit ultraviolettem Licht, die in dermatologischen Abteilungen bei verschiedenen Hauterkrankungen durchgef√ľhrt werden. Bei EPP wurden sie verwendet, um die Lichttoleranz zu erh√∂hen, indem sie die Haut leicht verdicken und eine Br√§une entwickeln. Die Therapie beinhaltet die sorgf√§ltige Exposition gegen√ľber steigenden Dosen kontrollierter UV-B-Strahlung, normalerweise dreimal pro Woche f√ľr mindestens f√ľnf Wochen im Fr√ľhjahr. Dies kann f√ľr einige Patient:innen unpraktisch und unbequem sein. Die Phototherapie sollte immer von ausgebildeten Photodermatolog:innen durchgef√ľhrt werden. Es wird dringend davon abgeraten, Selbstbr√§uner zu benutzen, da diese photo-toxische Reaktionen ausl√∂sen k√∂nnen.

    ‚ÄĘ Andere Behandlungen werden derzeit gepr√ľft.

10. Unterst√ľtzende Therapien und Interventionen

    ‚ÄĘ Linderung einer schmerzhaften phototoxischen Reaktion

Der starke brennende Schmerz in der Haut nach Lichteinwirkung ist schwer zu lindern. Viele EPP-Patienten berichten von einer vor√ľbergehenden Linderung durch kalte B√§der, kalte nasse Verb√§nde oder Heilmittel wie Aloe Vera. Einige Patienten berichten von einer erheblichen Schmerzlinderung durch warmes Wasser oder Wasserdampf. Schmerzmittel sind nicht besonders wirksam. Die Auswahl und Austestung von Schmerzmitteln sollte gemeinsam mit ihrer √Ąrztin oder ihrem Arzt erfolgen.

    ‚ÄĘ Vitamin-D

Vitamin D wird hauptsächlich in sonnenexponierter Haut produziert, aber auch in Lebensmitteln wie fettem Fisch, Eiern, Fleisch und Getreide. Personen, die die Sonne meiden, entwickeln häufig einen Vitamin-D-Mangel und alle EPP-Patienten sollten Vitamin D in der empfohlenen Dosis einnehmen.

    ‚ÄĘ Eisenpr√§parate

Viele Patienten mit EPP haben leicht niedrige Eisen- (Ferritin-) und H√§moglobinwerte. Es kann daher schwierig sein herauszufinden, ob Sie eine echte Eisenmangelan√§mie haben und eine Eisenerg√§nzung ben√∂tigen. Der Vergleich mit fr√ľheren Blut- und Eisenwerten hilft.
Ein Eisenmangel, der eine An√§mie verursacht, sollte wie bei jedem anderen Patienten beachtet werden. Bei EPP kann eine Eisenerg√§nzung jedoch die Produktion von roten Blutk√∂rperchen im Knochenmark beschleunigen und den Protoporphyrinspiegel im Blut erh√∂hen. Dies kann zu einer erh√∂hten Lichtempfindlichkeit f√ľhren. Dies ist bei XLP nicht der Fall, da Eisenpr√§parate hier zu einer Senkung des Protoporphyrinspiegels im Blut f√ľhren.

    ‚ÄĘ Sonnenschutzmittel

Da sichtbares Licht die Probleme bei EPP und XLP verursacht, sind g√§ngige Sonnenschutzmittel, die vor ultraviolettem Licht (insbesondere UV-B) sch√ľtzen, nicht sehr wirksam.

    ‚ÄĘ Lichtfilter

Die meisten Fensterfilter f√ľr Autos und B√ľros sind so konzipiert, dass sie ultraviolettes Licht blockieren. Auch wenn sie in rauchigen oder grauen Farben get√∂nt sind, lassen sie den Gro√üteil des sichtbaren Lichts durch. Filter, die selektiv das sch√§dlichste Licht f√ľr die EPP blockieren, sind gelb. Diese Filter (Folien) k√∂nnen auf Fenster in Wohnungen, Schulen oder B√ľros oder sogar auf Seitenfenstern von Autos aufgebracht werden. Bevor Sie solche Folien auf Autoscheiben anbringen, sollten Sie sich bei den Verkehrsbeh√∂rden nach den entsprechenden Verkehrsvorschriften erkundigen.

    ‚ÄĘ Leberschutz

Übermäßiger Konsum von Alkohol oder anderen leberschädigenden Substanzen ist zu vermeiden und sie sollten sich gegen Hepatitis A und B impfen lassen.

11. Zusätzliche Informationen

    ‚ÄĘ K√∂nnen bestimmte Medikamente EPP verschlimmern?

EPP unterscheidet sich von den akuten hepatischen Porphyrien, die durch bestimmte Medikamente verschlimmert werden können. Sofern keine Allergie gegen ein Medikament vorliegt, können Personen mit EPP alle Medikamente einnehmen, die ihre Gesundheit erfordert.

    ‚ÄĘ Laserbehandlung

Laserbehandlungen f√ľr Augenoperationen oder Haarentfernung wurden nicht als Problem bei EPP beschrieben. Die blauen Laser, die bei der Reparatur von Zahnh√∂hlen verwendet werden, k√∂nnen Verbrennungen im Zahnfleisch verursachen. Zahn√§rzte sollten √ľber die EPP-Diagnose informiert werden, damit sie den Laserstrahl vorsichtig einstellen k√∂nnen.

    ‚ÄĘ Lichtquellen im Gesundheitswesen

Das Abdecken der Operationsleuchten mit Gelbfiltern ist bei den meisten Operationen nicht erforderlich, jedoch sollte dem Pflegepersonal immer mitgeteilt werden, dass Sie eine EPP-Diagnose haben, um unnötig starke Beleuchtung bei längeren Operationen zu vermeiden. Auch die Untersuchung des Körperinneren mit einem beleuchteten, flexiblen Instrument, einem sogenannten Endoskop, ist sicher.

Vor Operationen oder Endoskopien bei Patient:innen mit schwerer EPP-bedingter Lebererkrankung, sollten sich die √Ąrzt:innen mit einem Porphyriezentrum beraten, da die Operationslampen mit Gelbfiltern abgedeckt werden sollten. Porphyriezentren bieten bei Bedarf weiterf√ľhrende Beratung an, falls notwendig.  

12. Können EPP und XLP geheilt werden?

Gegenw√§rtig gibt es keine andere Heilung f√ľr EPP als die Knochenmarktransplantation. Diese Behandlung ist mit einem so hohen Risiko mit Komplikationen bis hin zum Tod verbunden, dass sie nur in sehr speziellen und komplizierten Situationen zum Einsatz kommt.

13. Wo erhalte ich weitere Informationen zu EPP und XLP?

Die Informationen auf dieser Website wurden von einer Gruppe von Porphyrie-Spezialisten verfasst und aktualisiert, die in Ipnet zusammenarbeiten und von Vertretern von Patientenorganisationen gepr√ľft wurden.
Obwohl im Internet viele andere Informationsquellen zu finden sind, wurden diese m√∂glicherweise nicht von Porphyrie-Spezialisten verfasst oder auf Richtigkeit hin gepr√ľft.
Selbsthilfegruppen k√∂nnen eine gute Anlaufstelle f√ľr Informationen, Vernetzung und Unterst√ľtzung sein. Porphyrie-Patientengruppen in verschiedenen europ√§ischen L√§ndern sind auf der Website des International Porphyria Network und der Website der Global Porphyria Advocacy Coalition (GPAC) aufgef√ľhrt.

√úberarbeitet: Mai 2021
Englisch-Deutsch-√úbersetzung:
Prof. Dr. med. Ulrich St√∂lzel (Porphyriezentrum Chemnitz), Dr. Sebastian Reuber (Berliner Leberring)     November 2021